Das Autismus-Therapiezentrum (ATZ) in Trier bietet ein breit gefächertes Angebot für Menschen mit Autismus, deren Angehörige und Betreuer an. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können über eine mehr als zwanzigjährige Erfahrung in der Therapie mit jungen und erwachsenen Autisten zurückblicken. Aus einer Elterninitiative entstanden, arbeiten (Oktober 2011) 21 therapeutische Mitarbeiter/innen in dieser Einrichtung. Zu diesem Zeitpunkt werden etwa 280 Menschen im Alter von vier bis 48 Jahren ambulant betreut.
Die Kontaktaufnahme erfolgt entweder persönlich oder durch die Eltern und Betreuer. Häufig fragen aber auch Kindergärten, Schulen, Tagesförderstätten, Ärzte oder Werkstätten eine Diagnose und die Unterstützung durch das ATZ an. Eine Diagnose erfolgt immer durch einen/r Facharzt/ärztin für (Kinder)Neurologie und/oder (Kinder)Psychiatrie. Sie können einen ersten Kontakt zum ATZ herstellen unter der Rufnummer 0651-60344122 für Erstkontakte (Frau Herold) oder der Mailadresse erstkontakte@autismus-trier.de. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht, in der Sie uns über Ihr Anliegen informieren und Telefonnummern und Zeiten zu denen wir Sie tagsüber in der nächsten Zeit zurückrufen können. Sie werden dann über die weiteren Schritte ausführlich informiert.
Wird die Vermutung bestätigt und die Diagnose durch einen Facharzt gestellt, so werden in enger Absprache aller Beteiligter Therapieangebote entwickelt, die ganz auf den Einzelnen abgestimmt sind, denn Art und Weise der Therapie sind so vielseitig, wie die Ausformung der jeweiligen autistischen Beeinträchtigung. Kommunikationstraining, Sprachanbahnung, verhaltens- und spieltherapeutische Maßnahmen sind hier nur Beispiele für die Angebote im ATZ in Trier.
„Wir beziehen in unserer Therapie immer das Lebensumfeld des autistischen Menschen mit ein, da eine wohlwollende, inspirierende, strukturierte Umwelt viel weiterhilft. Auch die Angehörigen benötigen in dem oft schwierigen Umgang mit autistischen Menschen geeignete Hilfen.“ erklärt Dipl. Psychologin Irmgard Herold, den therapeutischen Ansatz im ATZ in Trier. Dies sieht auch eine Zusammenarbeit mit den Schulen, Kindergärten und anderen Betreuungseinrichtungen vor.
Interview mit Stephan Kroj autismustherapiezentrum.mp3 [8.351 KB]
(SWR1)
Die Therapien finden normalerweise im ATZ statt. Je nach Bedarf können sie aber auch mit Haus- oder Einrichtungsbesuchen verbunden sein. Viele der Klienten nehmen über Jahre das Therapieangebot wahr, kommen je nach ihrer persönlichen Situation mehr oder weniger häufig. Kostenträger der therapeutischen Maßnahmen sind die zuständigen Sozial- und Jugendämter, dort werden auch die Anträge für eine Förderung durch die Eltern gestellt.
All diese Therapien unterstützen die betroffenen Autisten in ihrem Umgang mit der Umwelt. Sie helfen ihnen dabei mit ihrem Umfeld in Kontakt zu treten und Zusammenhänge zu verstehen, die ihnen sonst verborgen blieben. – immer mit dem Ziel den persönlichen Lebensweg, im Rahmen der eigenen Fähigkeiten, möglichst selbstbestimmt gestalten zu können.
Die Mitarbeiter des ATZ sind auch Ansprechpartner für die unterschiedlichen Einrichtungen, in denen Menschen mit Autismus betreut werden. So können sich die Lehrer, die Leiter von Kindergärten und auch die Schulbegleiter beim ATZ fortbilden lassen.
Das Einzugsgebiet des ATZ umfasst das westliche und das nördliche Rheinland-Pfalz. Das ATZ hat im Oktober 2011 drei Standorte: die Geschäftsstelle mit Verwaltung und Therapie ist in der Schulstr. 5 in Trier-Ehrang, weitere Therapieräume sind im ehemaligen Lehrerwohnhaus des früheren franz. Gymnasiums in Trier-Süd und in der Wirichstr. 9 in Daun untergebracht. Das ATZ Trier ist Mitglied im Bundesverband Autismus Deutschland und im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband.